• Mario Merkle

Wie aussen, so innen, wie oben, so unten

(Und wie viele Kommas haben in einem Satz platz?)


Im Malen kann ich alle Gefühle leben - im Umgang mit Menschen scheint mich dort eine „unsichtbare“ Grenze zu hindern.

Ich weiss nicht, ob das nur eine Einbildung ist - oder ob diese Grenze tatsächlich besteht.

Ich nehme sie so wahr; Die Grenze definiert das Gegenüber. Und das Gegenüber wahrt diese Grenze.

Je mehr vertrauen besteht, je eher kann die Grenze überschritten werden.

(Manchmal vor allem wenn ich betrunken bin, ignoriere ich diese Grenzen aufs Äusserste und ich bin verletzend. Das wird mir kommuniziert. Im Nachhinein tut es mir immer leid und ich schäme mich).

Geht es um Verletzungen im menschlichen Miteinander? Sind unserer Verletzungen unsere Grenzen, die uns bestimmen?

Schauen wir, dass wir möglichst nicht in die Nähe kommen, von dem was uns verletzen könnte, obwohl die Verletzungen vermutlich vor langer Zeit passiert sind und wir leise und vage Erinnerungen daran haben?

Was beim Malen funktioniert ist, dass alles möglich sein kann, so man mutig malt und unkommerziell. Natürlich könnte das Bild misslingen, schwarz und unbrauchbar werden - aber das Schöne ist, es kann immer wieder neu definiert und bemalt werden. Immer wieder aufs Neue und das finde ich wirklich befreiend.

Könnte das für unsere Grenzen nicht auch zutreffen; Loslassen und neu bemalen, neu beschreiben, neu beleben und das was darunter ist - hat seine Gültigkeit verloren und muss nicht weiter bestimmend sein.

Damit meine ich überhaupt nicht, dass Grenzen erweitert werden sollen oder dass sie unerwünscht sind. Nur, dass die Grenzen auch angeschaut werden sollen, achten was sie bewirken sollen und wollen, denn es könnte auch sein, dass das Innere mit dem Äusseren Zwiesprache abhaltet, gemäss dem Satz;

„Wie oben, so unten, wie innen, so aussen“. Kybalion



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