• Mario Merkle

Dient es dem was wir sind?


Warum bin ich ich, wie nehme ich mich wahr, warum bin ich nicht Du?

Es sind Fragen, die ich seit ich mich erinnern kann, in mir herumtrage.

Ich war schon vieles, habe vieles ausprobiert und über die Welt und mich selbst studiert.

Wo war ich glücklich? Wo war der Moment als ich sagen konnte - hier stehe ich - hier möchte ich sein - hier bin ich ICH und erst noch rein?

Alles erscheint mir als Annäherung, als etwas vorübergehendes, ein Hauch, ein Ton, vom Wind getragen - vom Krach der Ichhaftigkeit erschlagen, um mich neu zu hinterfragen.

Ist es nicht nur Schicht um Schicht, Rinde und Harz, von Jahr zu Jahr mehr verwachsen und verhärtet nur um zu fragen; was lässt mein Herz verzagen?

Dabei ist mir entfallen was ich bin, was mich am Leben hält, der Kern der Sache, das erste Prinzip, das grosse Lachen.

Ich war lange an jenem Ort, wo zählt das gedruckte Wort:

Bin ich wichtig, bist du mächtig, bin ich süchtig?

Und ich habe lange glückliches Sein künstlich erwirkt und dabei nur Schuldgefühle erweckt.

Das grosse Nichts - es ruft mich immer wieder und ich verstehe mit der Zeit, wie das Nichts sich ändert und die Angst davor sich wendet.

Keine Bilder, keine Vorurteile, kein Richtig, kein Falsch, kein Du, kein Ich, kein Mehr, kein Leer. Das grosse Paradox – das Nichts - als wäre es Raum für Alles.

Der Raum für das was ist und immer wieder neu mit Wörtern gestopft wird.

So unerforscht, wie die Weiten des Weltalls, so unerklärlich wie die Seele, so unbeschreiblich wie Du und Ich.

Und vielleicht bewege ich mich in der schwarz / weiss Welt, in der Welt der Gegensätze, die den Kreis bilden und miteinander ringen.

Und es tauchen Fragen auf:

Was ist mir wichtig? Womit möchte ich meine Zeit füllen? Was kann ich geben? Was darf ich nehmen?

Es verstreicht meine Zeit und irgendwie könnte es auch sein, dass es eilt.

Das Sterben ermahnt mich und sagt mir ins Gesicht; Deine Zeit ist begrenzt - wird es ein nachher geben - oder einfach mehr Staub auf Erden? Eine Narzisse, eine Rose, eine Lilie oder ein Senfkorn, weiter hinten, weiter vorn? Oder sogar den Hohn des Lohn's?

Genug geplappert und gesabbert, alles dient dem grossen Knabbern.

Nährt es? Bewegt es? Macht es Sinn? Dient es dem, was wir sind?


Endlose Fragen, vielleicht nur um zu sagen; ich weiss wirklich nichts und beschäftige mich auch gerne mit dem Nichts und es macht mich freier - weiter und neu auch heiter, wenn ich gehe auf und ab, auf der Lebensleiter.



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