• Mario Merkle

Die Eisenbahn - und andere Zwänge

Ich schlafe ein und wache auf und sitze in der Eisenbahn. Es macht mich traurig, oder war ich schon vorher traurig? Es scheint mir, als rase das Leben an mir vorbei und ich sitze drinnen und habe kein Anteil an dem was draussen geschieht.

Schweigen scheint drinnen angebracht zu klingen, ab und zu durchbricht ein elektrisches Gerät die Stille.

Warum muss ich weinen?

Ich sehe Leute auf den Bahnhöfen, sie reden, sie gehen, sie lachen und weinen miteinander und sie steigen gemeinsam in die Eisenbahn ein.

ich fühle mich unbewegt und unbeteiligt am Leben. Es reisst mich nicht mit, es bewegt mich nicht.

Die Tatsache, das Leben rast an mir vorbei und ich habe keinen Anteil daran, ist das was mich von Innen her bewegt.


Ich denke ich bin verschlossen und habe keinen Anteil am Leben, weil ich dicht bin. Wenn man sich so schützen muss, dass man bereits in einem Vakuum sich selber gefangen hält, dann wird es sicher nützlich sein, man lässt ein wenig Luft hinein.

Luft als rettendes Wesen, wird mich sicherlich besser genesen - als drinnen all die verstaubten Ratgeber lesen.

Luft Du rettendes Wesen, komm herein in mein Käfigs Seelen Wesen.

Weitest mir den Sinn und beflügelst meinen Bauch.

Luft ist nun das was ich ganz dringend brauche.


Vielleicht sollte ich einfach nicht Eisenbahn fahren und zu Fuss gehen, am liebsten mit einem wilden Pferd unterwegs sein und wenn ich mich bewege habe ich das Gefühl ich lebe und bewege mich.

Aber wenn das sich Bewegen mehr ein Zwang als eine Lust ist, finde ich die Eisenbahn gar nicht mehr so übel.



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